Legionella pneumophila ist ein fakultativ intrazelluläres1 Bakterium, das 1976 während einer tödlichen Epidemie an einer Veteranenversammlung in einem Hotel in Philadelphia (USA) entdeckt wurde. Als Quelle der Mikroben wurde die Klimaanlage des Hotels identifiziert. In Anlehnung an die betroffenen Patienten wurde das Bakterium Legionella und die Infektion Legionärskrankheit genannt.

 

Vorsicht bei Aerosolen

Legionella überträgt sich über die Luft in Form von Aerosolen2, welche von Luftbefeuchtern und Klimaanlagen erzeugt werden können.

Grosse Mengen dieser Bakterien können sich auch in den Brausen von Strandduschen am Ende des Winters ansammeln, wo sie sich im stehendem Wasser vermehren.

In einer Untersuchung von Duschbrausen und Wasserhähnen am Universitätsspital Lausanne (CHUV) wurde festgestellt, dass das Kontaminationsrisiko mit Legionella bis zu 10-mal erhöht ist wenn das Wasser Amöben enthält. Dies lässt vermuten, dass Amöben als Wirtszellen für die Vermehrung von Legionella dienen und deshalb ein Reservoir darstellen können. Legionella ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar, weshalb eine Epidemie immer eine gemeinsame Ursache haben muss.

Eine Krankheit mit unterschiedlichem Schweregrad

Die Legionärskrankheit oder Legionellose kann als einfache Bronchitis begleitet von Husten auftreten, aber auch zu schweren Lungenentzündungen führen. Glücklicherweise kann man die Infektion mit Antibiotika4 behandeln, was in den meisten Fällen zu einer Heilung führt. Ausserdem ist diese Krankheit in der Schweiz mit etwa 400 Fällen pro Jahr (Quelle Bundesamt für Gesundheit 2017) eher selten.

 

 

Intrazellulär1 = ist ein Bakterium, das sich in einer Zelle befinden muss, damit es überleben und sich vermehren kann. Neben den obligat intrazelluläre Bakterien, welche sich nicht außerhalb einer Zelle vermehren können, gibt es auch fakultativ intrazelluläre Bakterien. Fakultativ intrazelluläre Bakterien können sich auch ohne Wirtszellen vermehren. Obligat intrazelluläre Bakterien sind im Labor schwer zu kultivieren und werden daher oft nicht mit den in der Diagnostik verwendeten Routinemethoden nachgewiesen.

Aerosole2 = winzige Tröpfchen, welche durch Wind und Luftzug transportiert werden und in unsere Atemwege eindringen können.

Amöbe3 = Kleiner einzelliger Organismus der sich frei bewegen kann und natürlicherweise in unserer Umwelt anzutreffen ist, vor allem in Gewässern und Feuchtgebieten. Einige Bakterien und Viren sind in der Lage sich im Innern von Amöben zu vermehren, weshalb letztere ein wichtiges Reservoir für Mikroben darstelle.

Antibiotikum4 = Medikament, das Bakterien abtötet oder mindestens deren Wachstum hemmt. Antibiotika wirken gegen Bakterien sind jedoch ineffektiv in der Behandlung von Krankheiten, die durch Viren und Parasiten verursacht werden.