Wir wissen, dass die Vogelgrippe durch kranke Vögel auf den Menschen übertragen werden kann. Aber wussten Sie auch, dass Tiere Träger von Mikroben sein können, die bei diesen keine Krankheit verursachen aber für den Menschen sehr gefährlich werden können?

Wie werden Mikroben von Tieren auf den Menschen übertragen?

  • Durch Kratz- und Bisswunden: Sogar gepflegte und gesunde Katzen können Träger der Bakterien Bartonella henselae oder Pasteurella multocida sein und diese auf uns übertragen. In der Schnauze von Katzen und Hunden lebt auch häufig das Bakterium Capnocytophaga canimorsus, das eine Gefahr darstellt für Personen mit geschwächter Immunabwehr1 wie Kleinkinder, schwangere Frauen, Transplantations- und Chemotherapiepatienten.
  • Über die Luft oder den Wind, der Staub verfrachten kann, welcher mit den Bakterien Coxiella burnetii oder Chlamydia psittaci kontaminiert ist.

Durch den Verzehr tierischer Lebensmittel, die von infizierten Tieren stammen, wie Fleisch, Rohmilch, und Eier

Was zu vermeiden ist:

Verschiedene Verhaltensweisen setzen uns Mikroben aus, die für Zoonosen2 verantwortlich sind. Zum Beispiel:

  • Eine Katze zu belästigen. Um sich zu verteidigen kann das Tier kratzen oder beissen.
  • Sich Schafen oder Ziegen zu sehr zu nähern, vor allem, wenn der Wind in unsere Richtung bläst.
  • In einem Stall übernachten oder Schafe und Ziegen zu scheren ohne eine Gesichtsmaske zu tragen.
  • Zu viele Vögel auf zu engem Raum zu halten.
  • Einem Vogel oder Reptil zu nahe zu kommen.

Zusammengefasst

Bei allen Kontakten mit Tieren, ob gesund oder krank, vertraut oder exotisch, seien wir vernünftig und seien wir uns bewusst, dass immer ein kleines Risiko einer Krankheitsübertagung auf den Menschen besteht.

Arthropoden3, wie Flöhe oder Zecken, können ebenfalls Mikroben und damit Krankheiten von Tieren auf den Menschen übertragen. Die Pest4, welche im Mittelalter schrecklich gewütet hat, wird durch ein Bakterium (Yersinia pestis) verursacht, welches durch Flöhe von Ratten auf den Menschen übertragen wird. Die Pest existiert noch immer und ist endemisch6 in einigen Gegenden der Welt wo sie gelegentlich Epidemien verursachen kann. Dies war z. B. 2017 auf der Insel Madagaskar der Fall wo über 200 Menschen an der Pest gestorben sind.

 

Immunabwehr1 = Verteidigungsmechanismen (Antikörper, weisse Blutzellen) unseres Körpers, die gegen Infektionen schützen.

Zoonose2 = Infektionskrankheit, die direkt oder indirekt von Tieren auf den Menschen übertragen wird.

Arthropoden3 = Kleine Tiere mit Gliederfüssen und hartem Aussenskelett (Körperhülle, Panzer, Schale), deren Wachstum wiederholtes Häuten erfordert. Der Stamm der Arthropoden ist die artenreichste Tiergruppe der Erde: mehr als anderthalb Millionen Arten zählen zu den Arthropoden; dazu gehören Insekten, Spinnentiere (Spinnen, Skorpione und Milben), Krustentiere und Bandasseln (Hundert- und Tausendfüssler).  

Pest4 = Schwere Infektionskrankheit, verursacht durch das Bakterium Yersinia pestis. Mehrere Arten von Nagetieren wie Ratten oder Eichhörnchen können Träger von Yersinia pestis sein. Die Flöhe, welche auf infizierten Tieren leben, sind infiziert und können die Krankheit durch ihren Stich auf den Menschen übertragen. Seit der Entdeckung der Antibiotika5 ist die Pest weit weniger gefährlich als in der Vergangenheit, wo sie verheerende Epidemien ausgelöst hat. 

Antibiotikum5 = Medikament, das Bakterien abtötet oder mindestens deren Wachstum hemmt. Antibiotika wirken gegen Bakterien, sind jedoch ineffektiv in der Behandlung von Krankheiten, die durch Viren und Parasiten verursacht werden.

Endemisch6= nennt sich eine Krankheit, die in einer bestimmten Gegend immer auftritt.