Infektion, Intoxikation, dieselben Symptome

Mikroben aus Lebensmitteln können Vergiftungen oder Infektionen verursachen. Was ist aber der Unterschied? Im Falle der Vergiftung ist es ein von Mikroben produziertes Toxin (Gift) das uns krankmacht. Bei einer Infektion gelangen die Mikroben in unseren Verdauungstrakt. In beiden Fällen sind die Symptome ähnlich: Bauchschmerzen, Erbrechen, Koliken und Durchfall. Dennoch besteht ein wichtiger Unterschied: Im Falle einer Lebensmittelvergiftung treten Symptome bereits nach wenigen Stunden auf, während dies bei einer Infektion 8-24 Stunden dauert.

Die Ursachen für Lebensmittelinfektionen sind meist Viren (Enteroviren, Rotaviren, Noroviren) und die Infektion verläuft harmlos. Bakterielle Lebensmittelinfektionen verursacht durch Salmonella enterica, Campylobacter jejuni, Listeria monocytogenes oder Shigella können schwerer verlaufen.

Fleisch und Fisch können auch lebende Larven von Parasiten enthalten, welche sich dann in unserem Verdauungstrakt entwickeln können, was zu Blähungen und Bauchschmerzen führt. Dazu gehören Bandwürmer des Rindes und des Schweines, Taenia saginata oder Taenia solium, sowie Fischwürmer wie Diphyllobothrium latum.

 

Risiken : Fragen Sie nach der Speisekarte!

Welches sind die Lebensmittel mit dem höchsten Risiko und welches die gefährlichsten Verhaltensweisen?

  • Eier: Können z.B. Bakterien der Gattung Salmonella. In kleiner Zahl stellen diese kein Problem dar. Jedoch Vorsicht, wenn sie sich vermehren!
    Der Verzehr roher Eier ist riskant wenn keine ununterbrochene Kühlkette garantiert werden kann. Verwenden Sie nur sehr frische Eier, um Speisen wie Mayonnaise oder Schokoladenmousse zuzubereiten, und bewahren sie diese immer im Kühlschrank auf.
  • Schweinefleisch: Kann lebende Larven des Bandwurms enthalten, die jedoch beim Kochen abgetötet werden. Braten Sie deshalb ihre Schweineschnitzel gut durch, vor allem beim Grillen, und essen Sie keinen rohen Speck! Es kann ebenfalls riskant sein ungekochtes Rindfleisch oder rohen Fisch zu konsumieren, z.B. in Form von Tartar bzw. Sushi. Auch diese Lebensmittel können winzige Parasitenlarven enthalten. Beachten Sie deshalb sorgfältig deren Frischezustand!
  • Geflügel: Kann Bakterien der Gattung Salmonella und Campylobacter jejuni. Infektionen mit Campylobacter jejuni  häufen sich vor allem im Sommer während der Grillsaison und gegen Jahresende durch den Verzehr von Fleischfondue. Diese saisonalen Gerichte bergen das Risiko des Verzehrs von ungenügend gekochtem Geflügelfleisch. Wir riskieren eine Infektion mit Campylobacter jejuni beim Verzehr von schlecht zubereitetem Geflügelfleisch oder durch den Kontakt von rohem Geflügel oder seinem Saft mit anderen ungekochten Lebensmitteln wie Salaten oder Saucen.
  • Käse und Wurstwaren. Können Listeria enthalten. Es ist wiederum die Anzahl der Bakterien, die das Problem verursacht, und Listerien können sich sogar in gekühlten Lebensmitteln vermehren. In der Vergangenheit sind kleine Epidemien nach Verzehr von Weichkäse aus Rohmilch aufgetreten. Wurstwaren und gewisse Konserven können ebenfalls am Anfang einer Listerien-Epidemie stehen. Konsumieren sie diese Produkte nur, wenn sie wirklich frisch sind, und bevorzugen Sie Käse aus pasteurisierter Milch.

Schwangerschaft

Lebensmittelinfektionen betreffen vor allem den Verdauungstrakt. Einige Mikroben aus Lebensmitteln können jedoch auch schwerere Krankheiten verursachen. Listeria monocytogenes kann z.B. Meningitis oder bei schwangeren Frauen Fehlgeburten verursachen. Man rät schwangeren Frauen deshalb vom Verzehr gewisser Lebensmittel ab.

Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind Bakterien, die durch den Verzehr von mit Tierexkrementen verunreinigten rohen Lebensmitteln (Fleisch, Früchte, Gemüse) auf den Menschen übertragen werden. Dieses Bakterium kann blutigen Durchfall verursachen der zum Tod führen kann. Epidemien verursacht durch EHEC erregen grosse mediale Aufmerksamkeit.