Bartonella henselae ist ein fakultativ intrazelluläres1 Bakterium das im Speichel von Hauskatzen vorkommt. Unter Katzen wird Bartonella henselae durch den Katzenfloh (Ctenocephalides felis) übertragen.

 

 

Betroffene Katzen erkranken nicht und können Träger des Bakteriums sein, auch wenn sie sehr gepflegt sind.

Beim Menschen verursacht Bartonella henselae die Katzenkratzkrankheit und wird durch Bisse und Kratzer von infizierten Katzen, sowie Stichen des Katzenflohs übertragen. Gelegentlich wird die Krankheit auch durch Hunde, Kaninchen oder Affen übertragen.

Kinder sind am meisten gefährdet und machen 80% der Betroffenen aus.

 

 

Infektion unter Beobachtung

Die Katzenkratzkrankheit beginnt meist mit der Schwellung eines Lymphknotens in der Nähe der Kratzwunde oder des Flohstichs, was mit Fieber und Kopfschmerzen einhergehen kann. In den meisten Fällen verschwindet die Lymphknotenschwellung von selbst nach etwa drei Wochen und die Einnahme von Antibiotika2 ist nicht nötig.

 

Gelegentlich klingt die Lymphknotenschwellung nicht von selbst ab und die Infektion zieht sich über mehrere Monate dahin. In diesen Fällen muss chirurgisch und/oder mit Antibiotika behandelt werden. Eine Antibiotikabehandlung ist ebenfalls angezeigt, wenn die Infektion die Augen befällt.

 

Was tun bei Bissen und Kratzern von Katzen?

Nehmen Sie einen Kratzer von einer Katze nicht auf die leichte Schulter, auch wenn Sie das Tier gernhaben. Reinigen und desinfizieren Sie die Wunde, und bringen Sie einen sterilen Verband an. Es ist nicht nötig, einen Arzt aufzusuchen, ausser wenn die Wunde tief ist, sich entzündet und weh tut. Im Falle eines Katzenbisses ist das Infektionsrisiko höher. Neben Bartonella henselae können andere gefährlichere Bakterien wie Pasteurella multocida durch Katzenbisse übertragen werden, was zu schweren Infektionen führen kann, welche eine präventive Antibiotikabehandlung erforderlich machen.

 

 

 

Intrazellulär1 = Ein Bakterium, das sich in einer Zelle befinden muss, damit es überleben und sich vermehren kann. Neben den obligat intrazelluläre Bakterien, welche sich nicht außerhalb einer Zelle vermehren können, gibt es auch fakultativ intrazelluläre Bakterien. Fakultativ intrazelluläre Bakterien können sich auch ohne Wirtszellen vermehren. Obligat intrazelluläre Bakterien sind im Labor schwer zu kultivieren und können daher oft nicht mit den in der Diagnostik verwendeten Routinemethoden nachgewiesen werden.

Antibiotikum2 = Medikament, das Bakterien abtötet oder mindestens deren Wachstum hemmt. Antibiotika wirken gegen Bakterien, sind jedoch ineffektiv in der Behandlung von Krankheiten, die durch Viren und Parasiten verursacht werden.