Das Lassavirus gehört zu einer grösseren Gruppe von Viren die hämorrhagische Fieber1 verursachen. Das Virus wurde erstmals 1969 in der Kleinstadt Lassa in Nigeria isoliert und ist in Westafrika weit verbreitet, wo es in vielen Regionen endemisch2 ist.

 

Übertragung durch Nagetiere

Die afrikanische Natal-Vielzitzenmaus (Mastomys natalensis), die in der Nähe menschlicher Behausungen lebt, stellt das Reservoir für das Virus dar. Durch kontaminierte Ausscheidungen dieses Nagetieres wird das Virus auf den Menschen übertragen. Im Gegensatz zum Ebolavirus, welches ebenfalls ein schweres hämorrhagisches Fieber verursacht, ist die Übertragung des Lassavirus von Mensch zu Mensch selten.

Eine Krankheit mit unterschiedlichem Schweregrad

Bei etwa 80% der Infizierten verursacht das Lassavirus keine oder lediglich milde Symptome, weshalb die Krankheit oft unbemerkt bleibt. Die Krankheit beginnt nach 6-21 Tagen langsam mit Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl; nach etwa einer Woche treten Muskelschmerzen und Schwellungen im Gesicht auf. In schweren Fällen kommt es zu Blutungen der Mund-, Nasen- und Magenschleimhaut und teilweise zum Multiorganversagen und Tod. Lassafieber verläuft besonders schwer bei schwangeren Frauen, vor allem gegen Ende der Schwangerschaft. Die Sterberate für die betroffenen Frauen und Neugeborenen kann 80% bzw. 100% erreichen.

Die Suche nach einem Impfstoff

Derzeit sind die therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung von Lassafieber eingeschränkt und man versucht in wesentlichen die akuten Krankheitssymptome zu lindern. Da der Erreger ein Virus ist, zeigen Antibiotika3 keine Wirkung. Es gibt derzeit keinen Impfstoff gegen das Lassavirus, jedoch sind vielversprechende Impfkandidaten in der Entwicklung. Die Prävention beruht auf strikten Hygienemassnahmen und Kontrolle der Nagetierpopulation.

Hämorragisch1 = mit Blutungen assoziiert, die durch Schädigung der Blutgefässe zustande kommen.

Endemisch2 = nennt man eine Krankheit, welche in einem definierten geografischen Gebiet über einen längeren Zeitraum auftritt.

Antibiotikum3 = Medikament, das Bakterien abtötet oder mindestens deren Wachstum hemmt. Antibiotika wirken gegen Bakterien sind jedoch ineffektiv in der Behandlung von Krankheiten, die durch Viren und Parasiten verursacht werden.